Kinder im Naturgarten

Keine Schaukel, keine Rutsche kann ein Kind  so begeistern, so nachhaltig prägen, wie das Beobachten und der Umgang mit Tieren und Pflanzen im Garten.

Früh genug sollte man Kindern die Giftpflanzen lehren, denn gerade in einem Naturgarten sind diese häufig vertreten. Nadeln und Kerne der Eiben, sowie die Zaunrübe - um nur zwei Beispiele zu nennen- können je nach aufgenommener Menge tödlich giftig sein.

Ihr seht jetzt hier einige Bilder mit Insekten oder Kleintieren in den Händen meiner Enkelkinder. Dann wäge ich stets ab, und ich handele mit größter Achtsamkeit. Dabei denke ich immer an diese Worte: Nur was man kennt, liebt man, und nur was man liebt,  schützt man. Kinder lernen viel durch Berührung, und hier heiligt der Zweck die Mittel. Auch wenn ich einen hilfebedürftigen Igel in Obhut nehmen muss, rufe ich Kinder aus der Nachbarschaft, die den Igel berühren dürfen, selbst wenn das für den Igel für ein paar Minuten Stress bedeuten könnte. DIESE Kinder aber werden in ihrem Leben niemals mehr einem Igel etwas tun, das ihm schaden könnte.

Ich habe mit meinen Enkelkindern Blindschleichen, unterschiedliche Käfer und Falter (siehe Galerie!) bei der Paarung beobachten können, wir haben Libellen bei der Eiablage gesehen, und mit Spannung verfolgt, wie sich Hornissen und Rosenkäfer an der eigens für sie aufgehängten Banane bedienten. 

Ganz achtsam wird ein kleines Igelbaby in meinem Garten begutachtet. Igelbabys können, wenn die Mutter das Wurfnest für kurze Zeit verlässt, auch mal am Tage zu sehen sein. Da hilft übrigens das Nachtfahrvetbot für Mähroboter nur wenig. Wir haben uns hier nach wenigen Minuten sofort wieder entfernt. Meine Gartenigel sollen sich nicht an Menschen gewöhnen. Das kann ihnen mal das Leben retten.

Gerade im Umgang mit Insekten, Spinnen und anderen Krabblern wird schnell die Neugier der Kinder geweckt und sie verlieren ihre Angst. Ich erinnere mich noch, wie auf der Hand meines 6-jährigen Enkels eine kleine Mauerbiene aus dem Kokon schlüpfte. Ich konnte ihm zeigen, dass eine Feldwespe nicht sticht, wenn man sie über die Hand krabbeln lässt.

Selbstverständlich müssen sie die Tiere so schnell wie möglich wieder zurücksetzen. Aber nur so lernen sie den achtsamen und angstfreien Umgang mit ihnen. 
Hier auf dem Finger ist eine kleine Wollbiene zu sehen.

Und hier paaren sich zwei Mauerbienen auf dem Zeigefinger meines 6-jährigen Enkels.



Ein sehr schönes Erlebnis mit meinem ältesten Enkelkind wird mir immer in Erinnerung bleiben: Ich hatte ihm vom Gilbweiderich erzählt, den ich extra für die Schenkelbiene gepflanzt hatte, weil diese Biene das Öl der Pflanze dringend für ihre Brut benötigt. Leider, so erklärte ich meinem Enkel enttäuscht, hatte ich noch nie diesen Spezialisten unter den Wildbienen an der Pflanze entdecken können. Auch kein anderes Insekt schien interessiert, und der Gilbweiderich breitete sich ungehindert stark aus, was mir missfiel. Wir gingen dann mit unseren Kameras an unterschiedliche Stellen des Gartens, und plötzlich rief mein Enkelkind: "Oma, komm schnell! Ich glaube, ich habe die Schenkelbiene am Gilbweiderich entdeckt!" - Und tatsächlich, da war sie, mit gespreizten, voll beladenen Hinterbeinen war sie unverkennbar beim Sammeln in den gelben Blüten zu sehen. Ich erinnere mich noch, dass meine Hand zitterte vor Aufregung, als ich sie mit dem Handy aufnahm. Was für eine Freude! Der Kleine und ich umarmten uns, lachten und tanzten durch den Garten! Wir hatten die Schenkelbiene entdeckt, und der Gilbweiderich durfte bleiben.

Ein Foto der Schenkelbiene auf dem Gilbweiderich ist in der Galerie zu sehen.

Entdecken, berühren, staunen!
Achtsamkeit lernen......

Erste Übungen meines dreijährigen Enkels mit Kamera und Stativ.

Ein Naturgarten mit seinen Farben, Geräuschen und all seinen kleinen und großen Bewohnern, mit seiner Lebendigkeit, ist der schönste Naturplatz für Kinder, die beste Schule, ein großes Abenteuer, und er bietet so unendlich viel Lehrstoff für das Leben. 

Bild meines 6-jährigen Enkels, der im Rahmen seines persönlichen "Forschungsurlaubs" (seine Worte) regelmäßig zu Besuch kommt.



Ganz ohne Scheu hält mein 4-jähriger Enkel eine Libellenlarve auf der Hand, die ich zufällig beim Abfischen der Fadenalgen fand. Das Tier wurde selbstverständlich sofort wieder zurückgesetzt in den Teich.



Die Blindschleiche wurde von dem Kind unter meiner Anleitung so angefasst, dass sie ihren Schwanz nicht abwirft, und dann sanft wieder ins hohe Gras gesetzt. Leider verschwindet in meinem Umfeld immer mehr Natur unter Schotter, und damit vetschwinden auch diese Gartentiere.

Und wer den Kindern die Entwicklung von Wildbienen, wie hier den Mauerbienen zeigen möchte, kann einen Nistblock mit herausnehmbarem Schaukasten aufstellen. Hier sind die Brutröhren nach oben mit Plexiglas versehen, und man kann deutlich die Eier am Pollenbrei erkennen.

Schon mit 3 oder 4 Jahren können Kinder mithelfen beim Bau eines Sandariums, der Anlage einer Eidechsenburg, einer Höhle für Igel, oder eines Käferkellers. 

Ein Dreijähriger auf Expedition in Omas Garten.

Bilder für die Ewigkeit.

Eine (vermutlich) Blutweiderich-Sägehornbiene auf dem Finger meines 5- jährigen Enkels.

Inmitten von Klatschmohn, Wiesenmargeriten und Salbei.

Hier ist ein Schwalbenschwanz bei uns  geschlüpft. Meine 4-jährige Enkeltochter darf ihn ganz nah bewundern. 
Hier seht ihr ein Video des Schlupfes, das ich im Sommer gemacht habe:

https://youtu.be/bSlShH7QA7E?si=8pOlQcfBmV8DKsMT